Umgang mit Wut und Ärger III


Im letzten Beitrag konnte ich mit euch die Erkenntnis teilen, dass hinter Wut und Ärger immer noch mindestens eine weitere Emotion steckt, wie zum Beispiel Enttäuschung oder Unsicherheit. Wenn wir die Emotionen Enttäuschung und Unsicherheit dann wieder untersuchen würden, könnten wir feststellen, dass auch hinter diesen Gefühlen mindestens ein weiteres Empfinden mitschwingt. Es wird also zu einer Never Ending Story - bis wir zu dem Gefühl der Angst angelangen. Hierin verbergen sich erfahrungsgemäß die interessanten, wirklich berührenden und sehr stark beeinflussenden Geschichten der Klienten. Nicht immer ist es uns klar, dass hinter den meisten Gefühlen tatsächlich Ängste stecken, denen wiederum als Fundament zig Glaubenssätze unterliegen. Auch ist der Weg zu dieser Erkenntnis nicht immer der leichteste. Es bedarf viel Selbstreflexion und noch mehr Ehrlichkeit zu sich selbst. Das sind aber andere Themen, auf die ich mich freue, sie bald mit euch teilen zu können!

Zurück zu unseren Gefühlen der Wut, der Aggression und Angst. Ich habe euch versprochen, einen tieferen Einblick in die Symbolik dieser Gefühle zu geben und möchte mit der Wut starten. Hierfür dienen die Erkenntnisse eines für mich großen Vorbildes: Dr. med. Ruediger Dahlke. Sein Buch zu der Symbolik verschiedener Krankheitsbilder ist geradezu überwältigend.

Auf der Symptomebene macht sich Wut einem Vulkanausbruch gleichend bemerkbar: An einer Schwachstelle durchbricht die gestaute Aggression und entlädt sich, reißt alles mit sich ins Verderben und hinterlässt Schutt und Asche. Übersetzen möchte ich das wie folgt. Ein Dritter, zum Beispiel Arbeitskollege, der den Betroffenen weder gut kennt noch riechen kann, dass der Betroffene zum wiederholten Male an eben diesem Tage von seinem Chef unzählige Zusatzaufgaben erhalten hat, gibt seinen Senf bestimmend zu einem von beiden gemeinsam erarbeitetem Thema dazu. Der Betroffene, der sich auf den Schlips getreten und kritisiert fühlt, rastet ohne Vorwarnung aus und beendet das Gespräch mit einem „Dann mach doch deinen Scheiß einfach selber!“. Er schlägt möglicherweise die Türe explosiv hinter sich zu, tobt, flucht und weiß nach einer kurzen Zeit der Beruhigung meist gar nicht, warum er sich so verhalten hat. Die gestaute Aggression gegen seinen Chef hat sich also an der falschen Stelle entladen. Der Betroffene fühlt sich seinem Chef womöglich stark unterlegen und schafft es nicht, den Mut aufzubringen, Widerspruch zu geben. Nun ist das natürlich alles leichter gesagt als getan! Gar keine Frage! Hierzu gibt es übrigens hervorragende Vorträge und Übungen zu „Gewaltfreie Kommunikation“. Aber wie kann der Betroffene zum Beispiel seine Wut bearbeiten?

Der erste Schritt ist immer, alle Gefühle, auch die sog. „negativen“, kennen- und schätzen zu lernen. Danach ist es wichtig, die Wut in die richtigen Bahnen zu lenken. Wir erinnern uns: Wut und Ärger sind gewaltige, energiegeladene Emotionen, die uns dazu bewegen, ins Handeln zu kommen! Die Sicherungen müssen also bewusst dort durchbrennen, wo es Sinn macht, wie zum Beispiel im Orgasmus oder beim Tanzen, beim Sport, Musik und anderen Gelegenheiten ekstatischen Loslassens. Erst wenn diese Schritte, also Erkennen, Wertschätzen und Lenken der Wut in die „richtigen“ Bahnen, erfüllt wurden, macht es auch wirklich Sinn, die Kontrolle über dieses mächtige Gefühl zu erlernen. An dieser Stelle möchte ich kurz anmerken, wie gerne ich mit meinen Klienten die ABC-Analyse dafür nutze. Sie ist so simpel und so effektiv! Herrlich! Gut, nun haben wir uns die Symptomebene und die Bearbeitung von Wutanfällen angeschaut. Wie aber sieht die Einlösung aus? Wie erreichen wir, diese Wut möglicherweise nicht mehr so intensiv und negativ wahrzunehmen? Ganz gemäß dem Motto „Alles fließt.“ (Heraklit), sollen wir uns der eigenen Energien bewusst werden, mit ihnen bewusst spielen sowie Mut zur eigenen Ausdrucksstärke zeigen.

Wie das aussehen kann, zeige ich Dir gerne im Personal Coaching.

Puh! Kannst Du noch oder fühlst Du Dich nun super erschlagen? Ich hab da noch ein bisschen was :)! Aber das gibt’s dann nächstes Mal.

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